Aktion 2008: Die größte Unterrichtsstunde der Welt
Mehr als 8,8 Millionen Menschen waren dabei! Weltrekord geschafft!
Am 23. April pünktlich um 10 Uhr war es soweit: Millionen Menschen rund um den Globus nahmen an der „größten Unterrichtsstunde der Welt“ teil. Die Bedeutung von „guter Bildung für alle“ stand dabei auf dem Stundenplan.
Die Auszählung ergab: Insgesamt haben sich mehr als 8,8 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene - darunter auch zahlreiche Politikerinnen und Politiker - in über 100 Ländern am Weltrekordversuch beteiligt. Laut Guinness World Records hätten für einen Weltrekord zwei Millionen Teilnehmende genügt. Das vorgegebene Ziel wurde also dank der großen Zahl an Unterstützern weltweit bei Weitem übertroffen! Der Weltrekord ist geschafft und im „Guinness Buch der Rekorde“ verzeichnet!

Dieser überwältigende Erfolg ist gleichzeitig eine deutliche Botschaft an die Staats- und Regierungschefs, sich mehr für das Thema Bildung in armen Ländern einzusetzen. Denn noch immer können rund 776 Millionen Erwachsene weltweit weder lesen noch schreiben; 75 Millionen Kinder – das entspricht in etwa der Gesamtzahl aller Schulkinder Westeuropas und der USA zusammen – besuchen niemals eine Schule. (Stand der Zahlen: 2008)
Auch deutsche Schüler/innen unterstützten das Ziel „Bildung für alle“ und haben sich zahlreich am Weltrekordversuch der Globalen Bildungskampagne beteiligt. Über 200 Schulen im gesamten Bundesgebiet mit insgesamt mehr als 16.000 Schülerinnen und Schülern nahmen teil. Während der globalen Schulstunde lernten sie mehr über die Gründe für den Bildungsmissstand und sprachen darüber, was es für Kinder in armen Ländern bedeutet, ein Leben lang nicht lesen und schreiben zu lernen und wie gering die Chancen dieser Kinder sind, ohne Bildung je der Armut zu entkommen. Zudem wurde thematisiert, was überhaupt nötig ist, um gut lernen zu können: Ein Schulgebäude beispielsweise oder gut ausgebildete Lehrer sowie genügend Lernmaterialien sind in den meisten armen Ländern leider keine Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus verdeutlichte die „Schulstunde“, dass es oftmals die ohnehin schon benachteiligten Gruppen einer Gesellschaft sind, denen das Recht auf Bildung verwehrt wird. Dazu gehören Menschen mit Behinderung, Mädchen und Frauen, Kinder, die in Konfliktregionen aufwachsen und Kinder, die arbeiten müssen, anstatt zur Schule zu gehen.
Vor dem Berliner Reichstagsgebäude drückten sogar acht Bundestagsabgeordnete gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Hamburger Geschwister-Scholl-Gesamtschule die Schulbank und erhielten Unterricht im Fach „Gute Bildung für alle“. Mit dabei waren auch die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten, wenn auch nur symbolisch in Form von überdimensionalen Pappköpfen. Den Bericht mit vielen Fotos zu der medienwirksamen Veranstaltung können unter folgendem Link aufgerufen werden.
In ganz Deutschland nahmen zeitgleich einzelne Klassen oder auch gesamte Schulen an der „Schulstunde“ teil. Manche Schulklassen luden dazu auch Gäste aus der Politik ein, wie beispielsweise die Klasse 9b des Von-Bülow-Gymnasiums in Neudietendorf. Die Gäste staunten nicht schlecht, mit welchem Engagement sich die Schulklasse den geringen Bildungschancen vieler Menschen weltweit widmete. Als Ergebnis der Unterrichtsstunde wurde eine Petition formuliert und im Anschluss an den Vertreter des Kreistages übergeben.
Fotos und Dokumentationen über die Teilnahme der Schulen an der größten Unterrichtsstunde finden Sie hier.
Doch nicht nur Schulen unterstützten mit Begeisterung den Weltrekordversuch: So haben in Chemnitz über 1600 junge Rapper, die sich für den größten „Goethe-Rap“ zusammengefunden hatten, zuvor an der größten Unterrichtsstunde teilgenommen. Und in der Justizvollzugsanstalt Aachen gab es Unterricht hinter Gittern: 27 Inhaftierte nahmen teil und bastelten anschließend übergroße Pappfiguren auf denen sie ihre Forderungen nach mehr Bildung in armen Ländern formulierten.
Rund um den Globus haben 8,8 Millionen Menschen an der „größten Unterrichtsstunde der Welt“ teilgenommen. Allein in Bangladesch waren mehr als 2,5 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene an über 25.000 Orten im ganzen Land dabei. In Kambodscha erhielt der König eine „Nachhilfestunde“ durch Kinder zum Thema „Bildung für alle“ und in Nairobi hielten 40 Schulen die Unterrichtsstunde gemeinsam unter freiem Himmel ab. Botschafterin der Globalen Bildungskampagne in diesem Jahr ist die international bekannte Popsängerin Shakira. In Washington diskutierte sie gemeinsam mit amerikanischen Studenten und Kongressabgeordneten über die Bedeutung der Bildungsförderung in armen Ländern. Zwei Tage zuvor, am 21. April, sprach sie in einer Live-Schaltung mit dem britischen Premierminister Gordon Brown, dem Weltbankchef Robert Zoellick und mit Journalisten aus aller Welt über das Ziel „Bildung für alle“.
Die Global Campaign for Education hat die weltweite Kampagne im „Big Book“ zusammengefasst und darin dokumentiert, wie die Aktionswoche mit der „größten Unterrichtsstunde“ in den einzelnen teilnehmenden Ländern verlief, welche Events stattfanden und wie viele sich daran beteiligten. Illustriert ist dieses lesenswerte englischsprachige Buch mit vielen Fotos aus allen teilnehmenden Ländern und zusätzlichen Informationen zur weltweiten Aktion.
http://www.campaignforeducation.org/docs/actionweek/bigbook/08/English%2...













