Deutsche Sektion der Globalen Bildungskampagne

 

 

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Nicht gut genug!

Schulbericht 2007: Zu wenig Engagement der OECD-Staaten für Grundbildung in armen Ländern

Auszug in deutscher Sprache: Frau Merkel hat ihr Zeugnis bekommen! [pdf; 574 KB]

Den gesamten Schulbericht in englischer Sprache [pdf; 1,36 MB]

Zeugnisse der Staats- und Regierungschefs in englischer Sprache [pdf; 1,3 MB]

Auch in diesem Jahr stellt die Globale Bildungskampagne den Staats- und Regierungschefs der OECD-Mitgliedsstaaten ein Schulzeugnis über ihren Beitrag zur Erreichung des Millenniumsziels „Grundbildung für alle bis 2015“ aus. Deutschland erhält bereits zum vierten Mal in Folge schlechte Noten und landet auf einem beschämenden 14. Platz (von 22). Neue ‚Klassenbeste’ sind die Niederlande, gefolgt von Norwegen und Dänemark.

Wieder einmal wird deutlich, dass ausgerechnet die reichen Industrienationen wie Japan, Deutschland, Italien und die USA ihren Verpflichtungen bei der Finanzierung von Grundbildung in den armen Ländern nicht nachkommen. Zusammen stellen diese Länder gerade mal 10 % der für Grundbildung ausgegebenen Entwicklungshilfe bereit. Nach Berechnungen der Globalen Bildungskampagne müssten die reichen Länder jährlich sechs Milliarden US-Dollar zusätzlich aufbringen, um zumindest allen Kindern eine Grundschulbildung zu ermöglichen.

Daran hat auch die von EU-Kommissar für Entwicklung und Humanitäre Hilfe, Louis Michel, am 2. Mai in Brüssel einberufene hochrangig besetzte Konferenz zum Thema Bildung nicht viel geändert. Die mageren finanziellen Zugeständnisse reichen lediglich zur Einschulung eines Bruchteils der 80 Millionen Kinder, denen bis heute der Zugang zu einer Grundbildung verwehrt wird. Damit rückt das ambitionierte Millenniumsziel „Bildung für alle bis 2015“, das neben der Grundschulbildung für alle Kinder auch die Alphabetisierung und die Vorschulbildung einschließt, in weite Ferne: 16 Milliarden US-Dollar müssten die OECD-Länder ab sofort jährlich aufbringen, um dieses Ziel bis 2015 noch zu erreichen.

Mit Ausnahme von Großbritannien schneiden besonders die reichen Industrieländer beim diesjährigen Schulbericht schlecht ab: George W. Bush, Präsident der reichsten Nation der Welt, landet auf dem drittletzten Platz, nur noch gefolgt von Griechenland und Österreich.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel – immerhin die derzeitige ‚Klassensprecherin’ der EU und der G8-Nationen – ist weit davon entfernt, den Ansprüchen bei der Finanzierung von Grundbildung in armen Ländern gerecht zu werden. Die Bundesregierung leistet bisher lediglich 39% ihres sogenannten „Fair Share“ zur Grundbildung, der sich auf insgesamt 777 Millionen US-Dollar beläuft. Demnach müsste die Bundesregierung jährlich 472 Millionen US-Dollar zusätzlich an Entwicklungshilfe aufbringen.

Der Präsident der Globalen BiIdungskampagne, Kailash Satyarthi, erklärt: „Das ist eine sehr enttäuschende Leistung für eine derart wichtige Nation wie Deutschland. Angela Merkel müsste gerade im Hinblick auf die deutsche EU-Präsidentschaft und den G8-Vorsitz ihre Führungsrolle nutzen, um den eigenen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen und damit auch ihre G8- und EU-’Klassenkameraden’ zu mehr Einsatz für das Ziel ’Bildung für alle’ anzuspornen.“

Der „Fair Share“ ist der Betrag, den jedes OECD Land gemessen an seiner Wirtschaftskraft leisten müsste, damit die von der OECD aufzubringende Gesamtsumme für die Finanzierung von „Bildung für alle bis 2015“ zusammen kommt.

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