Raus aus der globalen Bildungsmisere: Zukunft für alle

Schüler/innen von drei Hamburger Schulen unterstützen gemeinsam mit Abgeordneten aus Land und Bund auf der Veranstaltung der Globalen Bildungskampagne in Hamburg die Forderung „Bildung für alle!“

Es sei ihm eine Herzensangelegenheit, das Bewusstsein für internationale Solidarität zu stärken – mit diesen Worten eröffnete Dirk Mescher, Geschäftsführer des GEW- Landesverbandes Hamburg, die Veranstaltung der Globalen Bildungskampagne (GBK) am 19. Mai 2011 im Curio-Haus in Hamburg.

Unter dem Motto „Erzähle uns eine Geschichte – Bildung für Mädchen und Frauen weltweit!“ hatten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Plan International sowohl Hamburger Schüler/innen als auch Hamburger Politiker/innen aller Parteien geladen, um gemeinsam auf die Bildungsmisere in armen Ländern aufmerksam zu machen. Derzeit können 67 Millionen Kinder weltweit keine Schule besuchen. Mädchen sind besonders betroffen. Letztendlich haben sich Lars Holster (SPD, MdBü), Cansu Özdemir (Die Linke, MdBü), Dr. Stefanie von Berg (MdBü) und Aydan Özoguz (SPD, MdB) gemeinsam mit den Schüler/innen eine Stunde lang diesem Thema gewidmet.

Norbert Rosenboom, Leiter des Amtes für Bildung der Behörde für Schule und Berufsbildung, erinnerte die Schüler/innen in seinem Grußwort an ihr Privileg, in Deutschland eine qualitativ gute und gebührenfreie Schulbildung genießen zu können. Anders ergeht es z.B. Kindern und Jugendlichen in armen afrikanischen und asiatischen Ländern. In den ländlichen Gebieten der Zentralafrikanischen Republik beispielsweise gehen Mädchen im Durchschnitt nicht mehr als fünf Wochen in ihrem Leben zur Schule.

Auch Sandra Keck, Schauspielerin am Hamburger Ohnsorg-Theater, unterstützte die Forderung nach „Bildung für alle“, indem sie eine Geschichte aus dem Buch „Sklavenkind. Verkauft, verschleppt, vergessen – Mein Kampf für Nepals Töchter“ von Urmila Chaudary vorlas.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen jedoch die Schüler/innen der Hamburger Klosterschule und der Stadtteilschulen Geschwister-Scholl und Winterhude. Großen Applaus ernteten acht Schülerinnen der Klosterschule, die gemeinsam die Geschichte von Mantee vortrugen, einer Mauritierin, die durch einen Alphabetisierungskurs einen neuen Sinn in ihrem Leben findet. Ebenfalls Teil der Veranstaltung war eine zehnminütige Unterrichtsstunde, in der Stefan Päßler, Lehrer an der Klosterschule, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Ursachen für Bildungsarmut auf den Grund ging.

Abschließend wies NDR-Moderatorin Natascha Geier ausdrücklich darauf hin, dass vor allem die Politik mehr tun muss, damit „Bildung für alle“ kein Wunschdenken bleibt.

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