Deutsche Sektion der Globalen Bildungskampagne

 

 

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Erwartungen nicht erfüllt!

Zeugnis für die reichen Länder über ihre Entwicklungshilfe für Grundschulbildung in armen Ländern

Auszug in deutscher Sprache: Das Zeugnis für Angela Merkel [pdf;3.6MB] |

Den gesamten Schulbericht in englischer Sprache [pdf; 1,3 MB] |

Zeugnisse weiterer Regierungschefs in englischer Sprache [pdf; 1,3 MB]

Bereits zum dritten Mal stellt die Globale Bildungskampagne den Regierungschefs der OECD-Mitgliedsstaaten ein Schulzeugnis für ihren Beitrag zur Erreichung des Millenniumsziels „Grundbildung für alle bis 2015“ aus. Von insgesamt 22 Geberländern steht Deutschland auf Platz 14; verglichen mit dem 16. Platz im vergangen Jahr stellt dies allerdings nur eine geringfügige Verbesserung dar.

An erster Stelle und somit Klassenbester ist in diesem Jahr Schweden, und verdrängt damit den vorherigen Klassensieger Norwegen auf den zweiten Platz.

Der Schulbericht macht deutlich, dass gerade reiche Industrienationen wie Japan, Deutschland, Italien und die USA angesichts ihrer Wirtschaftskraft zu wenig Finanzmittel für Grundschulbildung in Entwicklungsländern bereitstellen. Für die Einlösung des im Jahr 2000 gegeben Versprechens der Staats- und Regierungschefs, bis 2015 allen Kindern zumindest eine Grundschulbildung zu ermöglichen, bleibt nur noch wenig Zeit – gerade noch zwei Jahre – , um die dafür nötigen Schulen zu bauen und Lehrer einzustellen. Nun kommt es auf den politischen Willen an, damit den über 100 Millionen Kindern, die gegenwärtig keinen Zugang zu einer Grundbildung haben, der Schulbesuch ermöglicht wird.

Neben der Quantität beleuchtet der Schulbericht die Qualität der Entwicklungshilfe im Bereich Bildung, und analysiert, inwieweit Hilfsgelder auch jene erreichen, die sie dringend benötigen. So ist oft gerade Mädchen in armen Ländern der Schulbesuch verwehrt und es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Anzahl der in der Schule verbrachten Jahre eines Mädchens und der Gesundheit ihrer künftigen Kinder.

Angela Merkel erhält mit dem Schulzeugnis „Erwartungen nicht erfüllt – Note 4“ eine schlechte Bewertung des Beitrages der Bundesregierung zur Finanzierung von Grundbildung in den armen Ländern.

„Deutschland, mit Frau Merkel an der Spitze muss 2007 den Vorsitz in der Fast-Track-Initiative (FTI) nutzten, um die nötigen Finanzmittel der Geberländer für Schulgebäude, Lehrergehälter, Qualifikation der Pädagogen und die Abschaffung von Schulgeldern verfügbar zu machen“, so Jörn Kalinski von Oxfam Deutschland.

Durch die von der Weltbank 2002 initiierte Fast-Track-Initiative zur schnelleren und koordinierten Erreichung des Millenniumsziels „Bildung für Alle“, sollen Entwicklungsländern, die glaubhafte und solide Pläne zur Reform ihres Bildungssektors und zur Sicherung der Grundbildung für alle Kinder im Land vorlegen und dabei selbst den größten Teil zur Finanzierung dieser Pläne aufbringen , die nötigen Restmittel zur Verfügung gestellt werden. Bereits 20 der ärmeren Länder haben „grünes Licht“ für ihre Pläne zur Verbesserung des nationalen Bildungssystems erhalten, doch allein für dieses Jahr besteht für diese Länder immer noch eine Finanzierungslücke von mindestens 415 Mio. US$.

 

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