Deutschland kommt seinen Versprechen zur Finanzierung von "Bildung für alle" nicht nach!
Berlin: "Versprochen und gebrochen" - so lautet das Fazit, zu dem die Teilnehmer/innen an der von der Globalen Bildungskampagne, UNICEF und der Friedrich-Ebert-Stiftung organisierten Konferenz am 8. September 2010 bei ihrer Diskussion über die bisherigen Bemühungen der Weltgemeinschaft zur Erreichung des Entwicklungsziels "Grundbildung für alle" kamen.
Obwohl Grundbildung als Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung anzusehen sei, komme auch Deutschland seinen internationalen Verpflichtungen nicht nach, so die hochkarätigen Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer. Assibi Napoe, Vorsitzende der Global Campaign for Education, kommentierte: "Bildung ist ein wichtiger Schlüssel, um langfristig Armut und Hunger zu bekämpfen. Sie kann wesentlich zum Kampf gegen HIV/Aids beitragen und senkt nachweislich die Mütter- und Kindersterblichkeit, sie schafft Selbstbewusstsein und stärkt Potenziale zur Selbsthilfe. Trotzdem haben die meisten Regierungen der G8-Staaten, darunter auch Deutschland, ihren fairen Beitrag zur Erreichung dieses Millenniumsziels noch nicht gleistet." Dr. Reinhard Hermle, entwicklungspolitischer Experte und Autor der von der Globalen Bildungskampagne in Auftrag gegebenen Studie "Bildung für alle - eine kleine Geschichte großer Versprechen", erinnerte daran, dass Deutschland seine Finanzierungsversprechen bisher nicht erfüllt habe.
Wie die Lücke von 16 Milliarden US Dollar zur Finanzierung der "Bildung für alle"-Ziele geschlossen werden kann und welche Rolle Deutschland dabei spielen sollte, diskutierten u.a. Eveline Herfkens, Koordinatorin der UN-Millennium-Kampagne, Carol Bellamy, Vorsitzende der Fast Track Initiative "Bildung für alle", und Changu Mannathoko, Koordinatorin der UNICEF-Bildungsprogramme, mit Manfred Konukiewitz, Vetreter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und Karin Roth, Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages.
Vom 20. bis 22. September 2010 trifft sich die Staatengemeinschaft in New York, um eine Zwischenbilanz der Umsetzung der im Jahr 2000 von der UN-Generalversammlung beschlossenen Millennium-Entwicklungsziele zu ziehen und weitere Maßnahmen zu ihrer Realisierung bis 2015 zu diskutieren. Eines der zentralen Anliegen ist die Garantie einer gebührenfreien und guten Grundschulbildung für alle Kinder weltweit. Zehn Jahre nach der Verabschiedung der Millenniumsziele fehlen, so die Berechnungen der Vereinten Nationen, jährlich 16 Milliarden US-Dollar, um das Ziel "Bildung für alle" umzusetzen.
Die Pressemitteilung sowie den Bericht zur Bildungskonferenz finden Sie unten angehängt.
Foto: Geoff Sayer / Oxfam





