„Die unbeachtete Krise – Bewaffneter Konflikt und Bildung“ – der UNESCO-Weltbildungsbericht 2011

Weltweit gehen 67 Millionen Kinder nicht zur Schule. Dabei hatte sich die Weltgemeinschaft auf dem UN-Millenniumsgipfel im Jahr 2000 das Ziel gesetzt, bis 2015 eine gebührenfreie und qualitativ hochwertige Grundschulbildung für alle Kinder weltweit zu gewährleisten. Dieses Ziel wird bei Weitem verfehlt werden. Einer der Hauptgründe dafür sind bewaffnete Konflikte, so der Weltbildungsbericht der UNESCO, der am 1. März 2011 in New York vorgestellt wurde.

Während kriegerischer Auseinandersetzungen sind Übergriffe auf Schulen keine Seltenheit. Dadurch sind Schulkinder sowie Lehrerinnen und Lehrer in Konfliktgebieten besonders gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden. Die steigende Angst und die Zerstörung der Infrastruktur führen dazu, dass Bildungssysteme zusammenbrechen oder nur unter großen Mühen aufrecht erhalten werden können. Wie stark der Zusammenhang zwischen bewaffneten Konflikten und dem Mangel an Schulbildung ist, zeigen die Zahlen. 42 Prozent der Kinder, die weltweit nicht zur Schule gehen können – das sind 28 Millionen –,  leben in armen, von bewaffneten Konflikten betroffenen Ländern.

In gewaltsam ausgetragenen Konflikten zählen Frauen und Mädchen zu den verletzlichsten Gruppen. Menschenrechtsverbrechen, die auf Mädchen und Frauen abzielen, wie Vergewaltigungen und andere Formen sexueller Gewalt, werden häufig als Waffe gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. Auch in der Schule sind die Kinder vor solchen Verbrechen nicht sicher. Gerade Mädchen werden dadurch am Schulbesuch gehindert.

Der komplette Weltbildungsbericht steht in englischer Sprache kostenlos auf der Internetseite der UNESCO als Download zur Verfügung.

Die deutsche Kurzfassung des Berichts wurde am 31. März 2011 von der deutschen UNESCO-Kommission in Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vorgestellt.

1GOAL-Botschafterin Graça Machel über die Auswirkungen von bewaffneten Konflikten auf Bildung als Youtube-Video:

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