Erste Schritte auf dem langen Weg zur Schule

2,5 Milliarden US-Dollar sollten die Geberländer auf der Wiederauffüllungskonferenz am 8. November 2011 in Kopenhagen für den Multigeberfonds der Global Partnership for Education (GPE) zusagen, um die Partnerländer in den kommenden Jahren beim Auf- und Ausbau ihrer Bildungssysteme zu unterstützen. Letzten Endes kamen knapp zwei Milliarden US-Dollar zusammen. Die GPE hofft jedoch, in den kommenden Monaten weitere Zusagen seitens der Geber zu erhalten, um so doch noch die anvisierte Zielmarke zu erreichen.
Trotz dieses teilweise ernüchternden Ergebnisses begrüßt die Globale Bildungskampagne, dass sich die Gebergemeinschaft durch ihre Beteiligung an der Konferenz eindeutig zur Global Partnership for Education bekennt.
Positiv ist, dass mit der Wiederauffüllung des GPE-Fonds eine Grundlage für die Arbeit der kommenden Jahre geschaffen wurde. Allerdings reichen die zugesagten Mittel bei Weitem nicht aus, um allen Kindern weltweit eine gute Grundbildung zu ermöglichen. Jährlich fehlen 16 Milliarden US-Dollar, um „Bildung für alle“ bis 2015 Realität werden zu lassen.
Die Bundesregierung steht ebenfalls in der Pflicht, einen angemessen Beitrag zur Bildungsfinanzierung zu leisten. Bisher hat sie lediglich sechs Millionen Euro für 2012 und 5,4 Millionen Euro für 2013 für den GPE-Fonds zugesagt. Die Bundesregierung muss sich fragen lassen, warum sie nicht mehr Mittel zur Verfügung stellt, gilt die GPE doch als effektivstes multilaterales Finanzierungsinstrument für Bildung.
Wirklich überzeugende Beiträge kamen von nur wenigen Geberländern. So wurde Großbritannien mit einer Mittelzusage von 352 Millionen US-Dollar für die kommenden vier Jahre zum Primus der Konferenz, gefolgt von Australien, das 278 Millionen US-Dollar in den Topf der GPE gab.
Bemerkenswert ist auch die Ankündigung der Partnerländer im Süden, ihre eigenen Anstrengungen zur Bildungsförderung deutlich zu steigern. Insgesamt zwei Milliarden US-Dollar aus eigenen Mitteln wollen sie zu diesem Zweck einsetzen.
Die Global Campaign for Education hat in Kopenhagen angekündigt, auch weiterhin Ressourcen in Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit zu investieren und das Regierungshandeln auf allen Ebenen kritisch zu beobachten.
Es liegt weiterhin an den Regierungen der reichen Industrieländer, überzeugende Beweise dafür zu liefern, dass die Versprechen aus dem Jahr 2000 nicht bloß Lippenbekenntnisse waren. Damals garantierten 164 Regierungen, jedem Kind bis 2015 eine gebührenfreie, gute Grundbildung.

(Foto: Global Partnership for Education)

 

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