Globale Bildungskampagne alarmiert: Weltweit steigt die Anzahl der Kinder ohne Schulbildung wieder an

UN-Generalsekretär Ban startet Initiative für gute Schulbildung für alle Berlin, 25. September 2012 – Die Globale Bildungskampagne begrüßt die Initiative „Education First“, mit der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon an die internationale Gemeinschaft appelliert, mehr Aufmerksamkeit, mehr politischen Einsatz und mehr Geld in Bildung weltweit zu investieren. Ban stellt die Initiative am 26. September 2012, um 13.15 Uhr Ortszeit, in New York vor. Namenhafte Persönlichkeiten wie Aung San Suu Kyi und Königin Rania von Jordanien unterstützen die Initiative bereits.  Die Globale Bildungskampagne fordert die Bundesregierung auf „Education First“ ebenfalls zu fördern. „In der Bildungsstrategie 2010-2013 des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gibt die Bundesregierung an, sich in besonderem Maße für Bildung weltweit einsetzen zu wollen. Die Initiative des UN-Generalsekretärs bietet eine sehr gute Möglichkeit, das Bekenntnis zu Bildung auf internationaler Ebene mit Nachdruck zu bekräftigen und mit gutem Beispiel voranzugehen“, sagt Sandra Dworack, Sprecherin der Globalen Bildungskampagne. Hochrangige politische und finanzielle Unterstützung für „Education First“ ist dringend geboten, wenn jedes Kind eine Schulbildung erhalten soll, so wie es Deutschland und 188 weitere Staaten im Rahmen der UN-Millenniumserklärung im Jahr 2000 versprochen haben. Heute können immer noch 61 Millionen Kinder weltweit keine Grundschule besuchen – 28 Millionen von ihnen leben in Konfliktstaaten. Obwohl die Zahl der Kinder ohne Schulzugang zwischen 2000 und 2008 beinahe halbiert werden konnte, ist der Fortschritt bei den Einschulungsraten in den letzten Jahren fast zum Stillstand gekommen. Besonders besorgniserregend ist der Trend in Afrika südlich der Sahara, wo die Zahl der Kinder ohne Grundschulbildung sogar von 29 auf 31 Millionen anstieg. Setzt sich diese Entwicklung fort, könnten im Jahr 2015 sogar mehr Kinder als heute ohne Schulbildung sein. Das muss unbedingt verhindert werden. Mit „Education First“ leitet der UN-Generalsekretär jedoch nicht nur den Endspurt ein, um die bildungsrelevanten Millenniumentwicklungsziele noch umzusetzen. Es soll außerdem eine Vision für Bildung nach 2015 entworfen werden. Zeitgleich mit „Education First“ beginnen bei den Vereinten Nationen die Verhandlungen über die globalen Entwicklungsziele, die nach 2015 auf die Millenniumsentwicklungsziele (MDG) folgen sollen. Die Globale Bildungskampagne mahnt, beide Prozesse eng miteinander zu verzahnen. Da Bildung ein wichtiger Katalysator für gesellschaftliche Entwicklung ist, muss auch die Entwicklungsagenda nach 2015 wieder konkrete und ambitionierte Bildungsziele enthalten.

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