Die „Global Partnership for Education”
Die Global Partnership for Education (GPE) wurde 2002 unter dem Namen „Education for All – Fast Track Initiative“ (FTI) von den G8-Ländern, der Weltbank und anderen internationalen Institutionen ins Leben gerufen. Sie versteht sich als globale Partnerschaft zur Finanzierung von Grund- und Sekundarbildung. Als G8-Mitglied ist Deutschland Mitbegründer dieses einzigen multilateralen Finanzierungsinstruments für Bildung.
In der GPE arbeiten Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammen: Regierungen der Partnerländer (diejenigen Entwicklungsländer, die Entwicklungsfinanzierung für ihre Bildungssystemen erhalten), Geberländer aus dem Kreis der Industrienationen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Lehrergewerkschaften sowie Akteure des privaten Sektors.
Die Zusammenarbeit erfolgt auf der Grundlage von zwei Prinzipien:
- Die Regierungen der Partnerländer entwickeln in einem Dialog mit der Zivilgesellschaft vor Ort Strategien, wie sie ihr Bildungssystem ausbauen und Bildung für alle erreichen wollen. In der Fachsprache werden diese Strategien als Sektorkonzepte bezeichnet.
- Die Geberländer verpflichten sich im Gegenzug dazu, die Umsetzung der nationalen Bildungsstrategien zu unterstützen. Zum einen durch technische Hilfe und Erfahrungsaustausch. Zum anderen durch finanzielle Unterstützung. Ein zentrales Finanzierungsinstrument ist hierbei der „Catalytic Fund“. Die Geberländer zahlen Geld in diesen Fonds ein, das nach festgelegten Kriterien an die Partnerländer ausgezahlt wird.
Dieses Modell ist auf partnerschaftliche Zusammenarbeit angelegt. Dabei stehen die nationalen Bildungsstrategien und Prioritäten der Partnerländer im Fokus. Auf diese Weise wird die Eigenverantwortung der armen Länder gestärkt, und die internationale Hilfe wird koordinierter und effektiver.
Die Möglichkeiten der GPE, arme Länder zu fördern, haben seit 2002 zugenommen. Waren es zunächst nur sieben Länder, die von der GPE profitierten, sind es nun 46 Partnerländer.
So konnten bemerkenswerte Erfolge erzielt werden.
- Die Global Partnership for Education hat dazu beigetragen, zusätzlich 19 Millionen Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen.
- Der Schulzugang für Mädchen konnte verbessert werden. 2009 haben 68% der Mädchen in GPE-Ländern eine Grundschule abgeschlossen, 2002 war es nur 56%.
- Durch die Hilfe der GPE konnten 30.000 Klassenräume gebaut und 337.000 Lehrer/innen ausgebildet werden.
- 200 Millionen Schulbücher wurden weltweit an Grundschulen verteilt.
- Zusätzliche 700.000 Kinder bekommen nun täglich ein Schulessen.
Trotz dieser Erfolge bleibt noch viel zu tun, um Bildung für alle zu erreichen. Die GPE hat sich für die Jahre 2011-2014 drei Ziele gesetzt:
- Die Unterstützung für fragile Staaten soll ausgebaut werden: Über 42% der 67 Millionen Kinder, die immer noch nicht zur Schule gehen, leben in Gebieten, die von Konflikten betroffen sind.
- Die Qualität von Bildung und somit der Lernergebnisse soll verbessert werden: schätzungsweise gehen derzeit 200 Millionen Kinder in Schulen, in den der Unterricht nur von mangelhafter Qualität ist, und sie somit nur wenig lernen.
- Mädchenbildung soll weiterhin unterstützt werden: 36 Millionen Mädchen gehen nicht zur Schule; Mädchen schließen die Schule seltener ab, und vor allem im Sekundarbereich ist ihr Anteil weiterhin gering.
Die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen
Zivilgesellschaftliche Organisationen sind wichtige Akteure im Bildungsbereich. Sie implementieren mit lokalen Partnern Bildungsprogramme, fungieren als unabhängige Beobachter und Kritiker des Regierungshandelns und verfügen über eine große Expertise. Sie formen politische Diskurse und fordern, dass Bildungsstrategien wirkungsvoll umgesetzt werden und arme Länder die Unterstützung bekommen, die sie benötigen.
Die GPE erkennt diese wichtigen Funktionen zivilgesellschaftlicher Organisationen an und unterstützt den Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen auf nationaler, regionaler und globaler Ebene. Dies geschieht vor allem durch den Civil Society Education Fund (CSEF), für den die GPE Geld bereitstellt, der jedoch von der Global Campaign for Education (GCE) verwaltet wird. Über den CSEF wird die Zivilgesellschaft unter anderem bei der Verbesserung der eigenen Strukturen und der Stärkung ihrer Position gegenüber Regierung und Gebern unterstützt.





