Schüler schreiben Geschichten, um für bessere Bildung in armen Ländern zu kämpfen

„Kann man mit Geschichten die Welt verändern?“ So heißt das diesjährige Motto der Globalen Bildungskampagne. Wir versuchen es, sagten sich ca. 70 Schüler der Walther-Lehmkuhl-Schule und trafen sich am Dienstag, dem 24.05.2011, zu einer Erzählaktion, um auf die immer noch ungleiche Bildungssituation von Mädchen und Frauen in vielen armen Ländern aufmerksam zu machen.
Denn weltweit haben 69 Millionen Kinder im Grundschulalter überhaupt keinen Zugang zu Bildung und ein Großteil davon sind Mädchen.
Nach einer kurzen Einführung, in der noch einmal die Ziele der globalen Bildungskampagne dargestellt wurden, folgten die Schülerbeiträge.
Eindrucksvoll wurde das Land Nigeria vom Beruflichen Gymnasium 12 dargestellt, untermauert mit Geschichten aus dem Land und aussagekräftigen Comics, ein kreativer Beitrag aus der Berufsvorbereitung Salo/AuReA, gezeichnet und digitalisiert von künstlerisch begabten Schülern. Sie wurden auch mit viel Applaus belohnt.
Auch Afghanistan  wurde als Beispiel für Bildungsmangel aufgeführt. Geschichten aus diesem Land wurden vorgelesen und durch eigene Geschichten ergänzt. Geschrieben wurden die z.T. selbst erlebten Geschichten vom DAZ-Kurs der Walther-Lehmkuhl-Schule, d.h. also von Jugendlichen, die sich erst seit einigen Monaten in Deutschland aufhalten. Mit großem Engagement und Selbstbewusstsein erzählten die Jugendlichen u.a. von ihren eigenen Erfahrungen und Wünschen. „Besonders beeindruckt hat mich der Beitrag der jungen Russin, weil sie so eindrucksvoll die Verhältnisse erläutert und auf ansprechender Weise den Leuten nahe gebracht hat“, war der Kommentar einer jungen Zuhörerin.                                          „
Auch die Beiträge der eingeladenen Referenten wurden von den Zuhörern mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt. Das Kongo–Projekt der Kirchengemeinde Gartenstadt wurde von Herrn Pastor Schlemmer vorgestellt und fand großen Anklang bei den Schülern.
Herr Pusch, der viele Jahre als Missionar an der Elfenbeinküste tätig war, berichtete von seinen Erfahrungen und las auch selbsterlebte Geschichten vor, die seine Frau als Buch herausgegeben hatte. Hier wurde das doch etwas ernstere Thema eine wenig aufgelockert und brachte einige Lacher.
Betroffen verfolgten dann alle Schüler den Vortrag von Silke Leng und  Jens, die über das Aids-Waisen-Projekt des Kirchekreises Altholstein berichteten. Anschaulich wurde dieses Projekt durch Bilder und Filme untermauert, so dass auch noch nach 4 Schulstunden die Aufmerksamkeit ungebrochen war. Der junge Rapper, der durch diese Projekt zu Bildung und Ruhm gekommen ist, beeindruckte alle Zuhörer sehr.
Am Ende wurden Unterschriften für Bildung von Frauen und Mädchen weltweit gesammelt.
Allen war klar, dass durch diese Aktion mehr gelernt wurde als in manchen trockenen Unterrichtsstunden, zumindest mehr Menschlichkeit.
„Ich wünsche mir, dass alle Menschen gesund und glücklich sind“, so endete der Vortrag von Amina aus Dagestan.

Marlies Kozielski-Nuske

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