Schüler*innen für soziales und politisches Engagement motivieren

07 | Juni | 2017

Thomas Koch ist stellvertretender Schulleiter der Oberschule Badenhausen. Mit sehr großem Engagement haben sich seine Schüler*innen und er an der Aktion "Weltklasse! Bildung darf nicht warten" beteiligt. >> Zum Aktionsbericht<<

1.) Warum haben Sie sich mit Ihren Schüler*innen an der Aktion „Weltklasse! Bildung darf nicht warten“ beteiligt.

Ich fand es wichtig, das Thema „Bildung“ in den Fokus der Unterrichtsarbeit zu stellen und anhand der geplanten Aktionen und der angebotenen Unterrichtsmaterialien die Schüler*innen zur Reflexion über ihren eigenen Bildungsweg, aber auch über die nicht vorhandenen oder überaus schwierigen Bildungswege von Kindern aus Krisenregionen zu motivieren. Damit wird die Selbstverständlichkeit des täglichen Zur-Schule-Gehens infrage gestellt und Bildung erhält eine neue Bedeutung. Gleichzeitig halte ich es für wichtig, Schüler/innen für soziales und politisches Engagement zu motivieren.

2.) Wie einfach oder schwer war es für Sie, die Aktion in den Unterricht zu integrieren?

Die Integration in den Unterricht war relativ einfach. Viele Unterrichtsfächer bieten Einheiten, in denen das Thema und die Aktionen eingebaut werden können. Viele Schulen haben zudem unzählige soziale Projekte, auch hier bieten sich vielfältige Anknüpfungspunkte. Darüber hinaus kann man über die Homepage www.bildungskampagne.org/weltklasse eine Vielzahl von Unterrichtsmaterialien herunterladen oder bestellen, die sich gut für den Einsatz im Unterricht eignen.

Konkret konnte ich das Thema im Politik- und im Werte-und-Normenunterricht einbauen. Darüber hinaus verfügt meine Schule über eine Projektpartnerschaft mit dem katholischen Hilfswerk Misereor, in dem wir die Etablierung der Agroforstwirtschaft in Haiti unterstützen. In diesem Zusammenhang haben wir eine Menge über die katastrophale Bildungssituation in Haiti erfahren. Diese Problematik konnten wir also gleich aufgreifen und uns in unseren Aktionen nicht nur für unser konkretes Partnerprojekt, sondern auch für eine Verbesserung der Bildungssituation in Haiti einsetzen.

3.) Was haben Ihre Schüler*innen durch die Teilnahme an der Aktion gelernt?

Meine Schüler*innen haben eine Menge gelernt. Zunächst konnten sie sich einen Überblick über die Bildungssituationen in Krisengebieten machen. Zudem haben sie die Bedeutung von Bildung erkannt. Dabei konnten sie – auch anhand der Materialien der Homepage – Vergleiche zu ihrer eigenen Lebenswelt und ihrer eigenen Bildungsbiografie ziehen. Viele Schüler*innen schätzen seitdem Bildung viel mehr.

Darüber hinaus haben meine Schüler*innen gelernt, dass es sich lohnt, sich für bestimmte Projekte und Ziele einzusetzen und dass „Politik“ auch in die Schule kommt und die Anliegen der Schüler*innen ernst nimmt. Im Rahmen einer demokratischen Werteerziehung ein ansonsten nur schwer zu vermittelnder Aspekt.

4.) Was sollte bei Veranstaltungen mit Politiker*innen im Unterricht beachtet werden?

Die Anschreiben oder die Telefonate an die Politiker*innen müssen sehr frühzeitig abgeschickt werden. Es ist eine Herausforderung die Terminkalender der Schule und der Politiker*innen aufeinander abzustimmen. Die Terminfindung war wirklich ein Problem. Von daher wäre es vielleicht zu überdenken, ob sich die Bildungskampagne vielleicht über das ganze Schuljahr erstrecken kann. Dann hätte man mehr Zeit zum Vorbereiten, Planen und für die Terminfindung.

5.) Würden Sie die Teilnahme an der Aktion weiterempfehlen?

Jederzeit! Die Begeisterung und das Engagement der Schüler*innen sind enorm. Und wenn die Schüler*innen von den Politiker*innen dann noch für ihr Engagement gelobt werden, stärkt das noch mehr das Selbstwertgefühl und das Engagement der Schüler*innen.